Diese Regeln sind gar nicht ganz neu: Sie kamen schon in der ersten Rechtschreibreform 1996 vor. Von der "ganz alten" Rechtschreibung unterscheiden sie sich allerdings deutlich.
Am einfachsten ist die Regel für das "stimmhafte s". Bei einem stimmhaften s fühlen Sie beim Sprechen an Ihrem Hals ein Vibrieren, zum Beispiel in "Suppe" oder "lesen". Dieses stimmhafte s schreiben Sie immer mit einem einzelnen s.
Ein "stimmloses s" (bei dem Ihr Hals nicht vibriert), wird normalerweise mit ss geschrieben: "nass", "wissen", "musste".
Manchmal steht vor so einem stimmlosen s ein lang gesprochener Vokal oder ein "Diphthong" (Doppelvokal, zum Beispiel ei, au). Dann schreiben Sie für das stimmlose s ein ß: "Straße", "draußen", "Grieß". Ausnahme: "aus".
Es gibt übrigens Wortfamilien, deren Wortstamm ein stimmhaftes s enthält. Bei manchen Mitgliedern dieser Wortfamilien steht dieses s am Wortende und wird dort stimmlos gesprochen – aber trotzdem mit einfachem s geschrieben. Beispiele: "Haus – Häuser", "graziös – graziöser". Bilden Sie also von Wörtern mit s am Ende immer eine längere Form und fühlen Sie, ob dabei Ihr Hals vibriert!
Statt ß dürfen Sie ss schreiben, wenn das ß nicht zur Verfügung steht: bei Großbuchstaben, mit einer ausländischen Tastatur, die keine Taste für ß hat – oder in der Schweiz. Die Schweizer kennen kein ß.
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